Regenerative Energien

Regenerative Energien: Unerschöpfliche Quellen

Unter dem Sammelbegriff "Erneuerbare Energien" oder "Regenerative Energien" sind die Energiequellen und Energieträger zusammengefasst, die nach menschlichem Ermessen unerschöpflich sind. Dazu gehören Sonnenstrahlung, Windenergie, Wasserkraft, Umweltwärme, Gezeitenenergie, Erdwärme, Biomasse und Biogas. Sie stehen im Gegensatz zu den "erschöpflichen" fossilen Brennstoffen Kohle, Erdöl und Erdgas, die heute die Grundlage der Energieversorgung bilden.

Die Sonne: Mutter aller Energiequellen

Die größte Energiequelle der Erde ist die Sonnenenergie. Nahezu jede Energieform, die heute genutzt wird, ist aus der Umwandlung und Speicherung der Sonnenenergie entstanden.

Die fossilen Energieträger Öl, Gas und Kohle, sind Produkte der Sonnenenergie, weil sie die Sonnenenergie, die vor Jahrmillionen auf die Erde einstrahlte, in sich gespeichert haben.

Aber auch Wind- und Wasserkraft sind Sonnenenergieprodukte. Wind entsteht als Folge der Sonneneinstrahlung auf die Atmosphäre. Der Wasserkreislauf mit Verdunstung und Niederschlägen entsteht durch die Erwärmung der Meere. Ein Teil der Niederschläge gelangt durch die Flüsse wieder zurück in das Meer. Wind- und Wasserkraft sind solare Energiequellen. Die Sonne liefert zudem Energie für die Photosynthese zum Wachstum der Pflanzen, hieraus entstehen Biomasse und Biogas.
Weitere Sonnenenergie erhalten wir täglich auf der Erde. Sonnenstrahlen versorgen Gebäude passiv mit Licht und Wärme. Die Wärmepumpe gewinnt solare Energie zur Gebäudebeheizung und für die Warmwasserversorgung aus der Umgebung. Moderne Solarkollektoren erzeugen warmes Wasser für den Haushalt. Photovoltaikzellen erstellen Strom und versorgen kleine Anlagen wirtschaftlich mit elektrischer Energie. Großtechnisch wird Strom mit Photovoltaikkraftwerken und Solarfarmen produziert.

Fossile Brennstoffe gehen zur Neige

In wenigen Generationen werden fossile Brennstoffe nicht mehr, oder zumindest nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen. Vor allem, wenn man den zusätzlichen Energiebedarf durch steigende Bevölkerungszahlen und wachsenden Lebensstandard bedenkt. Langfristig gesehen müssen also verstärkt erneuerbare Energien genutzt werden. Neben der Verknappung der fossilen Ressourcen müssen auch die Schadstoffemissionen berücksichtigt werden. Das Verbrennen von fossilen Brennstoffen belastet die Atmosphäre mit Schwefeldioxid, Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen. Die heutige Technik ermöglicht zwar eine Nutzung der erneuerbaren Energiequellen, allerdings ist dies - zumindest noch - nicht immer wirtschaftlich.

Die Suche nach Alternativen

Aufgrund der klimatischen Verhältnisse wird sich in Deutschland wohl kaum der gesamte Strombedarf regenerativ erzeugen lassen, Wind weht zu unzuverlässig und die effektiv nutzbaren Sonnentage sind in unseren Breiten zu wenig. Daher überwiegt unter den regenerativen Energien bisher die Wasserkraft, deren Potenzial allerdings bereits zu etwa 75 Prozent erschlossen ist. Zur gesamten Stromproduktion der Bundesrepublik trägt die Wasserkraft 4 Prozent bei.

Betrachtet man hingegen die Erde insgesamt, sieht das Szenario ganz anders aus: Innerhalb einer halben Stunde strahlt die Sonne den gesamten Weltenergiebedarf eines Jahres auf die Erde ein. Gelänge es dieses Potenzial besser zu nutzen und über geeignete Transportwege global zu verteilen, wäre die Energieversorgung für die nächsten Generationen gesichert.

Die Suche nach Lösungen

Um die technische Entwicklung auf diesem Gebiet voranzutreiben, hat die Bundesregierung das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) beschlossen. Es trat am 1. April 2000 in Kraft. Das Gesetz verpflichtet Energieversorger, regenerativ erzeugten Strom, der in ihr Netz eingespeist wird, abzunehmen und entsprechend zu vergüten. Innerhalb eines Jahres sind so bereits sieben Milliarden Mark in die Nutzung von Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme geflossen. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion verdoppelte sich auf knapp 20 Milliarden Kilowattstunden oder vier Prozent.