WVG rät: Im Spätsommer Heizung entgasen

Luft macht Gluckergeräusche und mindert die Heizleistung

Für Mehrfamilienhäuser wird automatische Entgasung empfohlen

Die Warsteiner Verbundgesellschaft mbH (WVG) rät allen Heizungsbesitzern, regelmäßig die Heizungssysteme in Wohnräumen zu entgasen. Dadurch kann die Effizienz eines Heizsystems in einem Einfamilienhaus um 6,5 Prozent gesteigert werden. Das hat eine Computersimulation im Auftrag eines Herstellers ergeben. Das würde im Schnitt rund 1.200 Kilowattstunden oder 90 Euro pro Jahr entsprechen. Mit einem einfachen Heizungsschlüssel kann am Lüftungsventil des einzelnen Heizkörpers freies Gas abgelassen werden. Das Heizungswasser ist eventuell heiß und sollte mit einer kleinen Schüssel bzw. mit einem saugfähigen Tuch aufgefangen werden. Für große Ein-/Zweifamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser wird eine automatische Entgasung empfohlen. Hier hilft der Heizungsfachmann weiter.

Thorsten Kosfeld, Geschäftsführer der WVG: „Wasser enthält Gase, welche sich je nach Druck und Wassertemperatur lösen oder als Luftblasen ausgasen. Ist die Heizungsanlage für eine längere Zeit außer Betrieb, sinkt die Gaslöslichkeit. Das heißt: Es können mehr Luftblasen entstehen.“ Durch defekte Dichtungen kann Luft in die Anlage gelangen. Bei älteren Heizungen kann ein defektes Ausdehnungsgefäß ein weiterer Grund für Gas im Heizungswasser sein. Zusätzlich können durch Fäulnisprozesse und Bakterien Methan und durch Korrosion mitunter auch Wasserstoff entstehen.

Da Gas das Heizungswasser verdrängt, werden von der Heizungsanlage entfernte Heizkörper, besonders die höchsten, nicht mehr richtig warm. Generell leitet gasreiches Wasser Wärme schlechter. Die Anlage erreicht zudem oft nicht mehr den optimalen Betriebsdruck für eine Heizung. Ergebnis: Die Heizkosten steigen.

Neben unnötig hohen Heizkosten drohen auch Schäden, wenn die Heizung nicht entgast wird; falls zusätzlich das Heizungswasser nicht ordnungsgemäß konditioniert wurde oder die Anlage anderweitig nicht intakt ist. Kosfeld: „Sauerstoff zum Beispiel fördert dann die Korrosion von Metall, das in vielen Bauteilen einer Heizung verwendet wird. Stickstoff kann sich in Heizungsanlagen anreichern und die Zirkulation stören. Gasblasen können den Verschleiß an Pumpen und Ventilen beschleunigen.“ Außerdem empfinden viele Menschen die typischen „Gluckergeräusche“ der Gasblasen als störend.

Beim Entlüften sollte zuerst das Thermostatventil geöffnet werden, danach wird das Lüftungsventil mit dem Vierkantschlüssel geöffnet. Das Entweichen des Gases sollte abgewartet werden, bis Wasser nachkommt. Danach muss das Lüftungsventil mit dem Vierkantschlüssel wieder zugeschraubt werden.

Dieser Vorgang ist an allen Heizkörpern zu wiederholen. Eventuell ist nach dem Entlüften Heizungswasser nachzufüllen, um für den nötigen Wasserdruck zu sorgen.